Unsere Empfehlungen im Oktober

Gail Honeyman: Ich, Eleanor Oliphant. Erschienen 2017 bei Lübbe

Eleanor Oliphant ist eine 30-jährige Frau, die ihr Leben und ihren Alltag genau durchgeplant hat. Ihr Auftreten, ihre Kommunikation mit den Menschen in ihrem Umfeld und auch ihre Gedanken lassen zu Beginn vermuten, dass sie Autismus oder Asperger hat. Aber nach und nach erkennt man, dass ihre Verschrobenheit, ihr Anderssein aus ihrer Vergangenheit erwachsen sind. Die selbst verordnete Einsamkeit und schrullige Ehrlichkeit, verbunden mit hoher Intelligenz, machen sie zu einer Außenseiterin. In ganz kleinen Schritten, wie Gedankenfetzen, streut die Autorin Hinweise auf die Gründe und wahren Ausmaße der Vorgeschichte der Heldin ein.

Erst als Eleanor Oliphant meint, sich verliebt zu haben, versucht sie auf ungewöhnliche und bezaubernde Weise, ihr Leben zu ändern und „gesellschaftsfähig“ zu werden. Was ihr natürlich gründlich misslingt. Nur mit der Hilfe aus unerwarteter Richtung kann sich Eleanor ihrer Vergangenheit stellen und einen Neuanfang wagen.

Dieses Buch und seine Heldin haben mich sehr berührt. Eleanor Oliphant hat einen unverstellten Blick auf Oberflächlichkeiten und entdeckt ehrliche Gefühle für die wesentlichen Dinge im Leben.

Verfügbar als Buch und Hörbuch in der Zentralbibliothek und als ebook in der Onleihe auf biblio24.de

Annett Obst