Rosa Luxemburg. Die Liebesbriefe

25.04.2019 um 17:00 Uhr

Der Verlag informiert zu diesem Buch wie folgt:

 

Rosa Luxemburg (1871–1919) ist in Deutschland eine der unbekanntesten Bekannten. Es gibt fast niemanden, der ihren Namen nicht wenigstens schon einmal gehört hat. Doch von dem, was sie gewollt hatte, weiß kaum jemand etwas.

Am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht von Soldaten ermordet. Sie war eine Frau von 1,50 Meter, von Kind an hatte sie einen Hüftschaden, und ihre Gesundheit war während des Krieges im Gefängnis zerstört worden. Nach ihrer Verhaftung peinigten sie ihre Häscher in einem Berliner Nobel-Hotel. Nur mit einem Schuh wurde sie von ihren Mördern aus dem Hotel gebracht; dort versuchten sie, ihr mit einem Gewehrkolben den Kopf einzuschlagen. Anschließend wurde sie in ein Auto gestoßen. Da sie immer noch lebte, ermordete man sie mit einem Schuß in den Kopf, ihre Leiche wurde in einen der großen Kanäle in der Berliner Innenstadt geworfen. Erst Ende Mai 1919 fand ein Schleusenwärter den Leichnam. Zur Beerdigung am 13. Juni 1919 kamen Tausende Berliner.

Wegen dieses Todes wird Rosa Luxemburg bis heute verehrt. An jedem zweiten Sonntag im Januar suchen auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde Zehntausende, mit roten Nelken in der Hand, ihr Grab auf. Ihr Privatleben mußte die unverheiratete Rosa Luxemburg diskret führen. Nicht zuletzt das begünstigte Klischees. Zwei sind besonders langlebig und besonders widerlich. Das eine lautet, sie sei ein Flintenweib gewesen, etwas verkrüppelt, ohne Kinder und habe Tag und Nacht nur am Umsturz gearbeitet und an nichts anderes gedacht. Das andere Klischee: Sie sei eine männerverzehrende Megäre gewesen, die sich die Kerle genommen habe, wie sie kamen.

Mit Klischees räumt man am sichersten auf, wenn man über die Sache selbst redet. In diesem Falle ist es die Liebe. Aus den in sechs Bänden verstreut vorliegenden Briefen an ihre Partner wird hier eine Auswahl vorgelegt.

 

Der Autor Jörn Schütrumpf und die Schauspielerin Hanna Petkoff werden den Abend gestalten. Jörn Schüttrumpf schreibt: „Mit diesem Programm unternehmen wir einen weiteren Schritt, um das Bild von Rosa Luxemburg ein bisschen der Frau anzugleichen, die sie wirklich war. Es ist kaum über eine Person so viel Unsinn und Verleumderisches nach ihrem Tod verbreitet gesagt und verbreitet worden wie über Rosa Luxemburg. Rosa Luxemburg war insgesamt mit vier Männern zusammen. Das ist für heutige Verhältnisse eine sehr überschaubare Zahl. Der erste war Leo Jogiches. Der zweite war Kostja Zetkin, der dritte Paul Levi und der letzte, der Hans Diefenbach.

 

Eine Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Der Eintritt ist frei.

 
 

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